Das Verdauungssystem der Katze

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4. Januar 2018

Der menschliche Darm im Vergleich zur Katze

Wer hätte je gedacht, dass der menschliche Magen-Darm-Trakt ein eigenständiges Nervensystem mit rund 200 Millionen Nervenzellen besitzt? Das sind so viele neuronale Zellen, wie das Gehirn einer Katze hat. Also kann man gut und gern behaupten, dass der Bauch ein schlaues „Kerlchen“ ist. Die Nervenzellen (Darmneuronen) und Darmbakterien unseres Darms haben große Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit! Alles ist sehr eng miteinander verknüpft. Der Darm spielt aber nicht nur bei den Menschen eine immense Rolle, bei unserer geliebten Katze verhält es sich nicht viel anders: Hat die Samtpfote eine gesunde Magen-Darm-Flora, zeigt sich dies in ihrem Wohlbefinden.

Die Verdauung der Katze

In der Natur geht die Katze als Einzeljäger auf Beutezug. Sie jagt und spielt mit ihrer Beute bis zur Erschöpfung. Der Todesbiss ist letztendlich die Erlösung, bevor die Katze ihren Fang verspeist. Unsere heutigen Hauskatzen müssen nicht mehr auf Fangzug gehen. Auch wenn der Jagdtrieb als Instinkt bleibt, haben Hauskatzen in der Regel ihren persönlichen Dosenöffner – uns. In der Natur wird nach der „Jagd“ die Beute, mit den Reißzähnen in Stücke zertrennt. Im Maul wird die Nahrung mit dem Speichel gleitfähig gemacht, so dass leichter geschluckt werden kann.

Katzenspeichel besitzt keine Enzyme

Doch im Gegensatz zu den Menschen besitzt Katzenspeichel keine Enzyme, die die Nahrung schon zur weiteren Verdauung aufspalten.
Durch das Schlucken gelangt der Bissen durch den Rachen in die Speiseröhre. Muskelkontraktionen befördern die Nahrung in den einhöhligen Magen, der sich zur linken Seite des Bauchraumes hinter der Leber befindet. Im leeren Zustand hat der Magen einer Katze lediglich einen Durchmesser von ca. 2 cm. In der Magenschleimhaut befinden sich Drüsen, die säure- und enzymhaltigen Magensaft produzieren, mit dem Keime abgetötet werden, auch beginnt hier die Verdauung der Nahrungseiweiße.

Carnivore besitzen einen kürzeren Dünndarm

Der Nahrungsbrei wird durch Muskelkontraktionen weiter in den Darm befördert, welcher in der Bauchhöhle liegt. Er beginnt am Magenausgang und endet am After. Der Darm wird unterteilt in Dünn- und Dickdarm. Fleischfresser oder Carnivore besitzen einen kürzeren Dünndarm und sind an eine leicht verdauliche und nährstoffreiche Nahrung angepasst. Die Verweildauer im Darm ist vergleichsweise kurz. 
Der Zwölffingerdarm ist der Anfang des Dünndarms. Hier werden Gallenflüssigkeit und Bauchspeicheldrüsensäfte über den Gallengang, der in den Zwölffingerdarm mündet, beigemengt.

Gallenflüssigkeit sorgt für Fettverdauung

Die Gallenflüssigkeit neutralisiert die Magensäuren und emulgiert Fette, damit die fettverdauenden Verdauungssäfte effektiv die Fette in Fettsäuren und Glycerin zerlegen, d.h. verdauen können. Der Bauchspeicheldrüsensaft sorgt für die weitere Neutralisierung der Magensäuren und die enthaltenen Verdauungsenzyme bewirken die Verdauung von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten. Die Spaltprodukte der Verdauung, d.h. Aminosäuren, Fettsäuren und Einfachzucker werden dann durch die Darmwand in den Körper aufgenommen.

Darmzotten sind nährstoffdurchlässig

Die Dünndarmschleimhaut besteht aus Zotten, die nährstoffdurchlässig sind, so können auch Nährstoffe aktiv oder passiv durch den Körper aufgenommen werden. Der Dickdarm hat die Aufgabe, nicht verwertbare Nahrungsbestandteile einzudicken und wasserlösliche Vitamine, Fettsäuren und Salze in den Körper aufzunehmen. Alles, was nicht verwertet werden kann, wird im Mastdarm gespeichert und letztendlich über den After als Kot ausgeschieden. Die Nährstoffe, die der Körper aufnimmt, gelangen über das Blut zur Leber. Das ist der Ort, an dem die meisten Stoffwechselvorgänge stattfinden. Hier werden Nahrungsbestandteile umgebaut und toxische Nährstoffe neutralisiert  oder entgiftet. Erst dann werden sie über Darm, Nieren oder Haut ausgeschieden.

Die Verdauung im Bauch der Katze

Seelenbalsam für das Wohlbefinden der Katze

Wer sich mit der Anatomie und dem Essverhalten seiner Katze auseinandergesetzt hat, hat schon einmal eine gute Basis gelegt und versteht die physischen Bedürfnisse seines Lieblings. Doch neben der Nahrung ist es auch wichtig, für das psychische Wohlbefinden zu sorgen. Andersherum wirkt sich Stress und Unwohlsein negativ auf den Darm aus.

Ein schönes Heim sorgt für den Wohlfühfaktor: Ideal wären genügend Kratzmöglichkeiten, die Chance auf einen Fensterplatz und einen Platz an dem sich die Katze ungestört zurückziehen kann. Nicht zu vergessen die Liebe, die man seinem Vierbeiner entgegen bringt.

Das Katzen Verdauungssystem

Der Verdauungsvorgang im Bauch der Katze

Die Nahrung verweilt in etwa 24 – 36 Stunden im Magen-Darm-Trakt der Katze. Das ist abhängig von der Zusammensetzung des Futters, der Verdaulichkeit und den Fütterungsabständen. Unlösliche Ballaststoffe haben ebenfalls einen großen Einfluss auf die Passagezeit durch den Darm. Im Magen ist die Verweildauer 2 – 8 Stunden, im Dünndarm 1 – 2 Stunden und im Dickdarm 18 – 24 Stunden.

Organe die zum Verdauungssystem gehören:

  • Maulraum: Lippen (Lefzen), Zähne, Zunge, Speicheldrüsen, Rachen Speiseröhre
  • 
Magen, Leber mit Gallenblase, Bauchspeicheldrüse
  • Dünndarm: Zwölffingerdarm, Leerdarm, Krummdarm
  • Dickdarm: Blinddarm mit Wurmfortsatz (Appendix), Grimmdarm, Mastdarm
  • After

Jeder Abschnitt des Verdauungssystems hat eine spezielle Aufgabe. Kommt es an einer Stelle zu Störungen, hat das in den nachfolgenden Bereichen ebenfalls Störungen zur Folge, wie zum Beispiel Durchfall oder Verstopfungen.
 
Damit unsere Samtpfote sich rund um wohl fühlt, ist es wichtig, dass durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung die Darmwand leistungsfähig erhalten wird. Mehr zum Thema Ernährung findet ihr bei Purina ONE.

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